Westfälische Biographien




Franz Peters

Propst-Dechant und Pfarrer an der Propsteikirche St. Peter und Paul in Bochum

✽ 06.01.1882 in Warburg
✝ nach 1949 in Bochum

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Die folgende Biographie wurde dem Totenzettel des Propst-Dechanten und Pfarrers an der Propsteikirche St. Peter und Paul in Bochum, Franz Peters, entnommen: „Als Ältester von 8 Geschwistern wurde er geboren am 6. Januar 1882 zu Warburg. Seine Gymnasialstudien absolvierte er am Gymnasium seiner Heimatstadt. Im Jahre 1901 bestand er dort sein Abitur. Der Herr berief ihn zum Priestertum. Seine phil.-theol.-Studien machte er zu Paderborn, Freiburg und Münster. Am 14. April 1905 wurde er im Hohen Dom zu Paderborn von Bischof Wilhelm Schneider zum Priester geweiht. Der junge Priester wurde von seinem Bischof zum Kaplan in Hagen-Haspe ernannt. Dort baute er die Organisationen der kath. Jugend auf, die bald in bester Blüte standen. Daher wurde er Bez.-Präses des Dekanates Hagen für die männl. Jugend. 1911 wurde er Redakteur des Hagener Kirchenblattes. 1913 wurde er Kaplan an der Propsteikirche zu Dortmund. Hier verwaltete er das das Christinenstift, erteilte Rel.-Unterricht am Lyzeum und der Städt. Mädchenmittelschule. Während des Krieges war er außerdem Rel.-Lehrer am Städt. Gymnasium zu Dortmund. 1916 Bez.-Präses der Jungmännervereine des Dekanates Dortmund, 1919 Diözesanpräses der Jungmännervereine der Diözese Paderborn, im August 1922 wurde er zum Pfarrer an St. Barbara zu Dortmund-Eving ernannt. Dort ging er mit voller Kraft an die Arbeit in der Seelsorge der großen Bergarbeitergemeinde. Herzensanliegen war ihm ein würdiges Gotteshaus. Daher ließ er bald die Kirche ausmalen. Danach entstand unter seiner Führung das Vereinshaus mit Jugendheim und Saal. Als der wahre Kinderfreund baute er einen prächtigen Kindergarten. Neben all dieser Arbeit fand er immer noch Zeit für seine Aufgaben als Diözesanpräses. Als im Jahre 1933 der damalige Propst Dr. Fröhling um seine Pensionierung bat, forderte der Erzbischof Dr. Kaspar Klein den Pfarrer von St. Barbara auf, sich für die Propsteigemeinde in Bochum zur Verfügung zu stellen. Am 8. Mai 1933 fand seine Einführung als Propst in der Propsteikirche St. Peter und Paul in Bochum statt. Auf der Diözesantagung der Jungmännervereine am 21. Mai 1933 legte er sein Amt als Diözesanpräses nieder. Sein Nachfolger wurde der damalige Diöz.-Sekr. Vikar Kretschmar. Der Amtsantritt des neuen Propstes erfolgte in den Wirren und Drangsalen des Dritten Reiches. Zudem war Bochum Gauhauptstadt. Somit war er manchen Schwierigkeiten und Schikanen ausgesetzt. Auch hier in Bochum galt seine Hauptsorge der Jugend und den Kindern. Gerade für den jungen Menschen zeigte er ein echtes priesterliches Herz und tiefes Verstehen. Vielen war er der gute und verstehende Beichtvater. Jeden Tag war er im Beichtstuhl zu finden. Ein guter Beichtvater ist ein innerlicher Mensch. Und das war Propst Peters. Das Gebet war sein wichtigstes Seelsorgemittel. Er kannte keinen Tag ohne Betrachtung und Rosenkranzgebet. Seine Frömmigkeit war kernig und männlich wie sein gesamter Charakter. Er war der Westfale, der eine Kunst beherrschte, die des Schweigens. Seine Vereine, Frauen-, Männer-, Elisabeth- und Vinzenzvereine, waren ihm ein Herzensanliegen. Sein frohes priesterliches Wirken wurde arg getrübt durch den letzten Krieg. Viele seiner Pfarrkinder starben in der Heimat oder an der Front. Das große Leid seiner Gemeinde war sein eigenes. Zweimal wurde seine Kirche, an der er mit jeder Faser seines Herzens hing, zerstört. Zum 1. Male im Juni 1943, zum 2. Male am 4. November 1944, da war die Zerstörung vollkommen. Sein großes Erlebnis war der Bochumer Katholikentag 1949. Zu diesem Termin war ihm das Meisterstück gelungen, seine zerstörte Kirche wieder aufgebaut zu haben. Gottes Ratschluß ist unerforschlich. Die Pläne für den Kindergarten und das Jugendheim sowie für die völlige Restaurierung der Kirche liegen fertig, die Finanzierung ist gesichert. – Und Propst Peters wurde aus rastlosem Schaffen heimgerufen. Wir empfehlen seine Seele den Priestern am Altare und den Gläubigen. Er möge ruhen in Gottes hl. Frieden!“


Zur Person

Konfession: katholisch

Mutter: unbekannt

Vater: unbekannt

Geschwister: 7 jüngere Geschwister

Kinder: keine

Quellen

Totenzettel von Franz Peters (Privatsammlung H. Hungerige)

Empfohlene Zitierweise

Heiko Hungerige: Franz Peters. In: Westfälische Biographien, hrsg. von Altertumsverein Paderborn und Verein für Geschichte Paderborn. Online-Ausgabe unter http://www.westfälische-biographien.de/biographien/person/1988 (Version vom 14.07.2017, abgerufen am 28.07.2017)

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