Westfälische Biographien




Vikar Bernhard Zimmermann

Vikar

✽ 23. Dezember 1880 in Bad Driburg
✝ 04. April 1969 in Bad Driburg
Friedhof des Clementinums, Bad Driburg

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Der am 23. Dezember 1880 in Bad Driburg geborene Bernhard Zimmermann erlernte in seiner Jugend zunächst das Malerhandwerk und wurde durch eine Zusatzqualifikation zum Kirchenmaler ausgebildet. Im Alter von 25 Jahren beschloss er jedoch Priester werden zu wollen, wozu er das Abitur benötigte. Da er schon erwachsen war, konnte er nicht an einem Gymnasium aufgenommen werden und versuchte sich mithilfe von Privatschulen auf die Prüfungen vorzubereiten. Diese Vorbereitung entsprach dem notwendigen Niveau aber nicht, sodass er zweimal durchfiel. Nur durch eine Sondergenehmigung dank der er ein Jahr lang die Oberprima besuchen durfte, gelang es ihm schließlich nach sieben Jahren 1912 das Abitur zu erlangen. Im selben Jahr wurde er vom Diözesanbischof Karl Joseph Schulte in das Paderborner Theologenkonvikt aufgenommen, wo er sein Ziel sich zum Priester ausbilden zu lassen ohne weitere Verzögerungen verfolgte. Mit 35 Jahren wurde er am 14. April 1916 geweiht. Von seinen eigenen Erfahrungen und den Schwierigkeiten als Erwachsener das Abitur nachzuholen geprägt, beschloss er eine Schule für andere Spätberufene zu gründen. Den heiligen Clemens Maria Hofbauer, der einen ähnlich schwierigen Weg zu seiner Priesterweihe beschreiten musste, wählte er als Schutzpatron seines Vorhabens. Als erste Gemeinde wurde Zimmermann Allagen an der Möhne zugewiesen. Hier gründete er mit dem „Klemens-Hofbauer-Hilfswerk für Priesterspätberufene“ einen Trägerverein für sein Projekt und mietete in Belecke an der Möhne nahe der Kreuzkapelle ein ehemaliges Gasthaus, das als Wohn- und Schulungsort für die Schüler dienen sollte. Kurz nach der Veröffentlichung seiner Idee trafen auch schon die ersten Anmeldungen ein. Am 3. Mai 1922 öffnete dann das Studienheim St. Klemens seine Pforten, ohne das ausreichend Lehrmaterial, Mobiliar und Verpflegung vorhanden war. Zimmermann verließ sich auf die Spenden von Förderern, die die Mängel nach und nach beheben sollten. Er selbst und einige befreundete Geistliche übernahmen zunächst den Unterricht bis er 1924/25 Schulpädagogen für sein Unterfangen gewinnen konnte. Mit ihrer Erfahrung halfen sie den Unterrichtsplan zu strukturieren und ähnlich einem humanistischen Gymnasium aufzubauen. Da in dem Studienheim in Belecke ständige Raumnot herrschte, entschloss Zimmermann sich ein Studienheim nach seinen Vorstellungen in seiner Heimatstadt Bad Driburg auf einem Grundstück zu bauen, das er 1925 erworben hatte. Nach vielen Verzögerungen wurde es schließlich am 26. September 1928 eingeweiht und beherbergte die Mittel- und Oberstufe der Schule, während Unterstufe und das 1927 eingerichtete Juvenat in den alten Gebäuden in Belecke verblieben. Während des NS-Regimes musste Zimmermann 1934 zunächst das Belecker Heim und 1941 das Bad Driburger Heim schließen. Das von ihm gebaute Gebäude wurde danach als staatliche Frauenbildungsanstalt genutzt. Erst am Ende des Krieges konnte es nach und nach wieder für den Unterrichtsbetrieb des Studienheims St. Klemens eröffnet werden. Zusätzlich erhielt es endlich die von Zimmermann lange angestrebte staatliche Anerkennung und konnte nun selbst Reifeprüfungen abnehmen. Im Jahr 1955 übertrug Zimmermann den Bistümern Paderborn und Münster die Verantwortung für sein Lebenswerk um sich langsam zurückzuziehen. Bis 1959 blieb er jedoch Rektor des Studienheims, bevor er sich zurückzog, aber noch viel Anteil am Schicksal seiner Gründung nahm. In dieser Zeit wurde er von den verschiedensten Personen geehrt. So ernannte ihn Erzbischof Jaeger zum Geistlichen Rat ehrenhalber und Papst Pius XII. zum Päpstlichen Geheimkämmerer. Außerdem erhielt er den Ehrenbürgerbrief der Stadt Bad Driburg und das Bundesverdienstkreuz. Am Karfreitag des Jahres 1969 verstarb Zimmermann fast erblindet und wurde auf dem hauseigenen Friedhof des Clementinums neben seinen Eltern bestattet.


Zur Person

Konfession: katholisch

Mutter: Theresia Zimmermann

Vater: Konrad Zimmermann

Quellen

Möring, Peter (2012): „90 Jahre Studienheim St. Klemens“. In: Die Warte e.V. Paderborn-Höxter (Hrsg.): die warte. Heimatzeitschrift für die Kreise Paderborn und Höxter. 73. Jahrgang / Nr. 156. Weihnachten 2012. S. 23-27.

Empfohlene Zitierweise

N.N.: Vikar Bernhard Zimmermann. In: Westfälische Biographien, hrsg. von Altertumsverein Paderborn und Verein für Geschichte Paderborn. Online-Ausgabe unter http://www.westfälische-biographien.de/biographien/person/2056 (Version vom 04.01.2019, abgerufen am 25.06.2019)

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