Franz Thöne

Maler


Zur Person

geboren: 04.02.1851 in Wewer
gestorben: 22.06.1906 in Düsseldorf
Konfession: katholisch
Mutter: Anna Maria Thöne
Vater: Johann Christoph Thöne
Geschwister: Anna Bernhardine, Josef Konrad, Anna Elisabeth und zwei weitere Geschwister
Ehen: Maria Vössing
Kinder: sieben Kinder

Biographie

Bild: Franz Thöne Franz Thöne wurde am 04. Februar 1851 in Wewer als Sohn des Bauers Johann Christoph Thöne und dessen Frau Anna Maria geboren. Sein Elterhaus befand sich Im Tigg, heute beherbergt es eine Arztpraxis. Als Thöne 15 Jahre alt war beherbergte seine Familie den Werkleiter des Dombaumeisters Arnold Güldenpfennig, der gerade am Torgebäude des Schlosses in Wewer arbeitete. Der Junge sah ihm laut einer Anekdote jeden Abend dabei zu wie er seine Entwürfe zeichnete. Als er von dem Werkleiter dazu aufgefordert wurde diese für ihn zu kolorieren, zeigte er dabei so viel Geschick, dass ihm angeraten wurde Maler zu werden. Eine Idee, die ihn nicht wieder losließ. Er brachte seine Eltern dazu ihm eine Ausbildung als Dekorationsmaler zu ermöglichen, nach deren Abschluss er 1871 nach Düsseldorf ging, um dort an der Kunstakademie zu studieren. Dort wurde er von vielen der zu dieser Zeit einflussreichsten Künstler in verschiedenen Formen und Richtungen der Kunst unterrichtet. Erste Erfolge erzielte er mit Genremalerei, nämlich Gemälden, die den Alltag einfacher Leute darstellten. Besonders gerne malte er Kinder. Daraus entwickelte er sich weiter zur Porträtmalerei, die mehr Erfolg versprach. Mit dieser Prognose sollte Thöne, der sich bereits bevor er an der Düsseldorfer Kunstakademie aufgenommen wurde an Porträts seiner Familie versucht hatte, recht behalten. Mehr als 80 Auftragsporträts schuf er in dieser Schaffensperiode, die er Mitte der 1880er Jahre begann. 1882 heiratete er Maria Vössing, die Tochter eines Dorflehrers, den er ebenfalls porträtierte. Das Paar hatte sieben Kinder. Aber nicht nur der Adel und die Bürger, die ihn mit Porträts beauftragten schätzten seine Kunst. Auch die Geistlichkeit fand Gefallen daran und beauftragte ihn mit verschiedenen Arbeiten. Thöne, der sich nach einer schweren Krankheit und wirtschaftlichen Verlusten als Trost der religiösen Malerei zuwandte, schuf mehrere Marienbilder für verschiedene Franziskanerklöster, andere Heiligenbilder gingen nach Paderborn, Rom und Bonn. 1896 erhielt er den Auftrag das Rokoko-Deckengemälde der Hl. Stiege des Franziskanerklosters auf dem Kreuzberg bei Bonn wiederherzustellen, an dem er mehrere Sommer lang arbeitete. Dennoch musste er auch viele Arbeiten erledigen, die unter dem Stichwort „Brotkunst“ zusammengefasst werden können, also Arbeiten, die nicht aus seinen eigenen Entwürfen entstanden, sondern nach genauen Wünschen seiner Auftraggeber, um den Unterhalt seiner Großfamilie finanzieren zu können. Diese finanzielle Misere fand ein Ende als er durch seinen Freund Anton Möller den Grafen Joseph von und zu Arco-Zinneberg kennenlernte. Dieser begeisterte sich von Thönes Kunst und stellte ihn 1905 mit einem festen Jahresgehalt in seine Dienste. So konnte der Maler sich in seinen letzten Tagen wieder ganz seiner Kunst widmen. Franz Thöne starb 22. Juni 1906 in Düsseldorf.

Quellen

http://www.heimatbundwewer.de/Texte/text13.html; Wittig, Beate (2011): „Franz Thöne - ein Kunstmaler im 19. Jahrhundert“. In: Die Warte e.V. Paderborn-Höxter (Hrsg.): die warte. Heimatzeitschrift für die Kreise Paderborn und Höxter. 72. Jahrgang / Nr. 150. Sommer 2011. S. 6-9.

Zitierweise

N.N.: Franz Thöne. In: Westfälische Biographien, hrsg. von Altertumsverein Paderborn und Verein für Geschichte Paderborn. Online-Ausgabe unter http://www.westfälische-biographien.de/biographien/person/694 (Version vom 06.02.2019, abgerufen am 06.04.2025)