Westfälische Biographien




Moritz von Büren

Reichskammergerichtspräsident, Jesuit

✽ 12. Februar 1604 in Büren
✝ 07. November 1661 in Haus Geist, Oelde
Petrikirche, Münster

Druckversion der Biographie

Am 12. Februar 1604 wurde mit Moritz von Büren endlich der ersehnte Stammhalter des Hauses Büren geboren. Die Ehe seiner Eltern Joachim von Büren und Johanna von Loe hatte bis dahin bereits drei Töchter hervorgebracht. Moritz von Büren wurde 1604 calvinistisch getauft. Sein Großvater Johann von Büren war der reformierten Kirche 1568 beigetreten und seinem Vater Joachim war es ein großes Anliegen den Calvinismus in seinem Herrschaftsgebiet zu stärken und Rekatholisierungsversuche zu verhindern. Auch Moritz von Bürens Taufpaten waren bedeutende Calvinisten, nämlich Graf Georg von Nassau sowie Landgraf Moritz von Hessen, der mit seinem Vater zusammen erzogen worden war. 1610 verstarb Joachim von Büren kurz nachdem er seiner Frau das Versprechen abgenommen hatte, dass sie ihren Sohn weiterhin im Sinne der reformierten Kirche erziehen und den Calvinismus somit erhalten würde. Nach seinem Tod knüpfte seine Witwe jedoch schnell Kontakte zum katholischen Adel von Paderborn und Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg, der die günstige Stunde erkannte, bemühte sich bestehende Streitigkeiten mit dem Haus Büren beizulegen und es so zur katholischen Kirche zurückzuführen. Trotz des Versprechens, dass sie ihrem Mann auf dem Sterbebett gegeben hatte, und den Warnungen Moritz von Hessens konvertierten Elisabeth von Loe und ihre drei jüngsten Kinder 1613 schließlich zum katholischen Glauben. Moritz von Büren besuchte daraufhin das von den Jesuiten geführte Gymnasium in Paderborn und zwei Jahre später das Gymnasium in Köln, um ihn dem Einfluss seiner calvinistischen Verwandten zu entziehen. In dieser Zeit fasste er bereits den Entschluss selbst Jesuit zu werden. Während seiner Schulzeit wurde er von Balthasar Bönninghausen begleitet, mit dem er 1621 nach Douai zog um Rechtswissenschaften zu studieren. Durch die Vermittlung der spanischen Infantin Isabella erhielt er ein Stipendium des spanischen Königs und begab sich mit Bönninghausen auf Wanderschaft, die ihn über Brüssel, London und Paris nach Madrid und schließlich nach Rom führte. Dort traf er auch auf den General der Jesuiten, den er um Aufnahme in den Orden bat. Dieser lehnte jedoch ab, da er Schwierigkeiten mit Moritz von Bürens Familie befürchtete. Daraufhin beschloss der junge Edelmann alles zu tun, um diese Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen und seinen Beitritt doch noch zu ermöglichen. Als er 1625 schließlich nach Büren zurückkehrte, versuchten seine Mutter und Bönninghausen ihn angemessen zu verheiraten und eine angemessene Tätigkeit für ihn zu finden. Gegen eine Hochzeit konnte er sich jedoch erfolgreich wehren, eine Stelle bekam er 1628 als der Kaiser ihn zum kaiserlichen Rat und Kammerherrn und zum designierten Reichskammergerichtspräsidenten in Speyer ernannte. Am 21. April 1640 schrieb Moritz von Büren sein Testament, in dem er die Gesellschaft Jesu als Alleinerben benannte. Sein Vermögen zu diesem Zeitpunkt war beträchtlich, da er nicht nur das seines Vaters geerbt hatte, sondern auch das seiner 1632 verstorbenen Mutter, auf das deren zweiter Ehemann Wilhelm von Westphalen keine Ansprüche erhoben hatte. Es sollte laut der damit verknüpften Bedingungen zur Instandsetzung von verfallenen Kapellen und Klausen sowie zum Bau einer Kirche in Harth oder Ringelstein eingesetzt zu werden. Nachdem seine Vermögensangelegenheiten geklärt waren, bat Moritz von Büren erneut um Aufnahme in den Orden. Dieses Mal wurde sie ihm gewährt und er begann 1644 in Trier mit seinem Noviziat. Im Herbst 1651 wurde er von der Ordensführung in Begleitung einiger Ordensbrüder zurück nach Büren geschickt, um sein Vermögen zu verwalten. Seine Güter wurden weitgehend von Bönninghausen verwaltet, er und die anderen Geistlichen setzten sich derweil durch seelsorgerische Tätigkeiten für die Stärkung des katholischen Glaubens in Büren ein. In den 16050er Jahren war Moritz von Bürens Leben vor allem durch verschiedene Rechtsstreitigkeiten geprägt. Er versuchte sein Vermögen für seinen Alleinerben zu sichern, doch seine Verwandten, Bönninghausen, der ihn über Jahre hinweg betrogen hatte, und der Paderborner Fürstbischof versuchten ihm Teile davon immer wieder streitig zu machen. Diese Rechtsstreitigkeiten sowie Krankheiten, Fasten und Selbstkasteiungen setzten ihm in diesen Jahren schwer zu, sodass er am 07. November 1661 schließlich auf Haus Geist verstarb. Begraben wurde er vor dem Hochaltar der Petrikirche in Münster.


Zur Person

Konfession: katholisch

Mutter: Elisabeth von Loe

Vater: Joachim von Büren

Geschwister: Elisabeth, Margaretha, Anna Dorothea

Quellen

Rudigkeit, Siegfried (2004): „‘Sage allen, daß der Letzte seines Stammes Jesuit wird, weil Gott es so will“. In: Die Warte e.V. Paderborn-Höxter (Hrsg.): die warte. Heimatzeitschrift für die Kreise Paderborn und Höxter. 65. Jahrgang / Nr. 121. Ostern 2004. S. 3-6.

Empfohlene Zitierweise

N.N.: Moritz von Büren. In: Westfälische Biographien, hrsg. von Altertumsverein Paderborn und Verein für Geschichte Paderborn. Online-Ausgabe unter http://www.westfälische-biographien.de/biographien/person/2121 (Version vom 15.03.2019, abgerufen am 21.05.2019)

Die beteiligten Vereine

Die Westfälische Biographien werden Ihnen präsentiert von:

Neue Biographien

Schauen Sie sich unsere neusten Biographien an...

Weiterführende Informationen

Startpunkte für die tiefere Auseinander-setzung mit der Geschichte Westfalens.