Westfälische Biographien




Freiherr Philipp von Boeselager

Offizier, Forstverbandsfunktionär

✽ 06. September 1917 in Wasserburg Heimerzheim
✝ 01. Mai 2008 in Altenahr

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Philipp von Boeselager wurde am 06. September 1917 als Sohn des Freiherrn Albert von Boeselager und seiner Frau Maria-Theresia Freiin von Salis-Soglio auf der Wasserburg Heimerzheim geboren. Er war das fünfte von insgesamt neun Kindern seiner Eltern. Bereits als Jugendlicher stand er dem aufkommenden Nationalsozialismus aufgrund seiner katholischen Erziehung skeptisch gegenüber. Nach dem Abitur am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg 1936 wollte er zunächst Jura studieren, trat jedoch dann auf Anraten seines Großvaters hin in die Armee ein. Seine militärische Ausbildung begann er bei der 4. Schwadron des Kavallerieregiments 15 in Paderborn, wo er zwei Jahre später zum Leutnant befördert wurde. Er wurde an die Ostfront versetzt, wo er zum ersten Mal von der nationalsozialistischen Vernichtung von Juden und anderen Bevölkerungsgruppen hörte. 1942 lernte er Henning von Tresckow kennen und schloss sich der Widerstandsgruppe um ihn an. Als am 13. März 1943 ein Attentat auf Hitler und Himmler verübt werden sollte, als diese die Front besuchten, meldeten Boeselager, sein Bruder Georg und sechs weitere Männer sich freiwillig dieses durchzuführen. Aufgrund der Abwesenheit Himmlers konnte es jedoch nicht durchgeführt werden. Stattdessen wollte man Hitlers Flugzeug auf dem Rückflug durch zwei als Cognacflaschen getarnte Bomben abstürzen lassen, doch die Zünder versagten. Boeselager und sein Bruder zählten außerdem auch zu den Verschwörern des Attentats vom 20. Juli 1944. Sie sollten im „führerlosen“ Berlin mit ihren Truppen das Reichssicherheitshauptamt besetzten und machten sich bereits zwei Tage vor dem Attentat auf dem Weg dorthin, wurden jedoch rechtzeitig vom Scheitern des Attentats gewarnt und konnten in ihre alten Positionen zurückkehren. Dadurch und durch das Schweigen der Mitverschwörer auch unter Folter blieb ihre Beteiligung an den Plänen unentdeckt. Nach dem Krieg studierte Boeselager doch noch Jura und heiratete Rosa Maria Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg mit der er vier Kinder bekam. Die Familie lebte auf der Burg Kreuzberg in Altenahr, wo er den Forstbetrieb leitete und sich sehr für forstwirtschaftliche Themen einsetzte. Dort starb er am 01. Mai 2008.


Zur Person

Konfession: katholisch

Mutter: Maria-Theresia Freiin von Salis-Soglio

Vater: Albert Freiherr von Boeselager

Geschwister: Georg Freiherr von Boeselager und sieben weitere Geschwister

Ehen: Rosa Maria Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg

Kinder: Albrecht Freiherr von Boeselager, Georg Freiherr von Boeselager und zwei weitere Kinder

Quellen

Heinemann, Winfried (2009): „Georg und Philipp von Boeselager im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. In: Die Warte e.V. Paderborn-Höxter (Hrsg.): die warte. Heimatzeitschrift für die Kreise Paderborn und Höxter. 70. Jahrgang / Nr. 143. Herbst 2009. S. 23-29.

Empfohlene Zitierweise

N.N.: Freiherr Philipp von Boeselager. In: Westfälische Biographien, hrsg. von Altertumsverein Paderborn und Verein für Geschichte Paderborn. Online-Ausgabe unter http://www.westfälische-biographien.de/biographien/person/2187 (Version vom 18.07.2019, abgerufen am 02.12.2021)

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