Westfälische Biographien




Kardinal Lorenz Jaeger

Erzbischof, Bischof

✽ 23.09.1892 in Halle
✝ 01.04.1975 in Paderborn

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Lorenz Jaeger wurde am 23. September 1892 in Halle/Saale geboren, verlebte seine Jugend aber im Sauerland. Nach dem Abitur 1913 in Wipperfürth begann er 1913 sein Theologiestudium in Paderborn, das er jedoch infolge des Kriegsdienstes 1914-1918 unterbrechen musste. Den Krieg schloß er als Leutnant und Kompanieführer ab; außerdem wurde er mehrfach wegen Tapferkeit ausgezeichnet. Nach dem Krieg setzte er sein Studium in Paderborn, Münster und München fort und wurde am 1. April 1922 zum Priester geweiht. Als Seelsorger und Religionslehrer wirkte er in Oebisfelde, Herne und Dortmund. 1940 wurde er als Divisionspfarrer erneut zum Kriegsdienst einberufen. Mitten im Krieg wählte ihn das Paderborner Metropolitankapitel 1941 zum Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs Caspar Klein; am 19. Oktober 1941 erhielt er die Bischofsweihe. Persönlich nahm er am Schicksal seiner schwer geprüften Mitbürger von Paderborn teil und führte die Paderborner Kirche nach 1945 zu neuem Leben. Er war Protektor des Bonifatius-Werkes, errichtete 1957 das Johann-Adam-Möhler-Institut, war an der Gründung des Sekretariats für die Einheit der Christen entscheidend beteiligt und leitete die Ökumenische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Außerdem arbeitete er intensiv in der Kommission für Bildung mit. In ihr setzte er sich nachdrücklich für die Belange der kath. Verbände, insbesondere auch des CV, ein. 1965 zeichnete ihn Papst Paul VI. durch die Erhebung in den Kardinalsrang persönlich aus. Am 30. Juni 1973 trat er von seinem Amt als Erzbischof von Paderborn zurück und starb am 1. April 1975 in Paderborn. Mit dem CV war Kardinal Jaeger eng verbunden. Er trug als Ehrenmitglied die Bänder von 4 Korporationen (Sugambria Jena/Göttingen, Winfridia Breslau/Münster, Salia Breslau/ später Köln, Guestfalo-Silesia Paderborn). Er war auch Protektor von Sugambria und Guestfalo-Silesia. Bei nicht wenigen Veranstaltungen des CV, unseres Zirkels oder von Verbindungen zelebrierte er die Festgottesdienste, die in der Regel als Pontifikalamt im Hohen Dom stattfan¬den. Von 1950 bis 1965 war er außerdem Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab.


Zur Person

Konfession: katholisch

Quellen

Klaus Zacharias, Lebensbilder – Die Mitglieder des CV-Zirkels AMICITIA zu Paderborn 1884-1996, SH-Verlag

Empfohlene Zitierweise

Klaus Zacharias: Kardinal Lorenz Jaeger. In: Westfälische Biographien, hrsg. von Altertumsverein Paderborn und Verein für Geschichte Paderborn. Online-Ausgabe unter http://www.westfälische-biographien.de/biographien/person/53 (Version vom 23.07.2012, abgerufen am 06.04.2025)

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